Targeted Therapie

Der Name unserer Gesellschaft  (Deutschen Gesellschaft für Immun- und Targeted Therapy (DGFIT) umfasst seit 2000 auch den Begriff der zielgerichteten Krebstherapie (engl. targeted therapy). Allgemein wird damit die Behandlung mit verschiedenen neuartigen Arzneistoffen gegen Krebs zusammengefasst, die auf biologische und zytologische Eigenarten des Krebsgewebes gerichtet sind. Dazu gehören zum Beispiel gentechnisch hergestellte monoklonale Antikörper (Überlappung mit dem Begriff der passiv-spezifischen Immuntherapie) oder sogenannte small molecules. (z.B. Tyrosinkinaseinhibitoren). Da diese spezifischen Merkmale auf gesunden Zellen im Idealfall kaum oder gar nicht vorkommen, soll die gezielte Krebstherapie verträglicher und wirksamer sein als etablierte z.B. chemotherapeutische Behandlungsansätze. Während sich die Behandlung z.B. des metastasierten Nierenzellkarzinoms lange Zeit insbesondere auf Zytokine wie INF-α und Interleukin-2 stützte, fokusiert sich hier die zielgerichtete Krebstherapie vorallem auf Targets wie VEGF (vascular endothelial growth factor), PDGF (platelet derived growth factor), mTOR (mammalian target of rapamycin), aber auch neuere Targets wie VEGFR1-3 und ausserhalb der Uro-Onkologie auch FLT-3, c-KIT, CRAF, wtBRAF, V600E BRAF und weitere. Ein im August 2011 veröffentlichter Cochrane Review zur Wirksamkeit von targeted agents beim Nierenzellkarzinom hat in diesem Zusammenhang insbesondere Studien zu VEGF als Zielmolekül (15 Studien, 5587 Patienten, Bevacizumab, Sorafenib, Sunitinib, Pazopanib, Tivozanib, Axitinib) analysiert [1]. Während der Effekt auf das Progressions-freie Überleben eindeutig war (Erst- und Zweitlinietherapie), war die Verbesserung des Gesamtüberlebens oft wenig deutlich. Dies mag insbesondere am häufig erlaubtem „cross-over“ zwischen Behandlungsarmen aber auch an der heute meist früh eingesetzten Vielzahl von Therapielinien liegen. Beides macht eine Beurteilung des Effekts auf das Gesamtüberleben einer neuen Substanz schwierig.